Ms. Lauryn H. und ich

Okay ein paar Leute waren schon noch in der ausverkauften Konzerthalle, aber die konnte man teilweise ganz gut ignorieren, doch von Anfang an.
Als ich erfuhr, dass die Soul&Rap Queen der 90iger nach Berlin kommt, saß ich wenige Augenblicke später auf meinem Rad und kaufte eine Eintrittskarte.  Gestern war es soweit und ein vollbesetztes Auto fuhr in die Hauptstadt. Die Anreise war entspannt und die Stimmung gut. Das Ms. Hill nicht gerade einfach ist, war uns schon bekannt, so konnte uns nichts Schocken……außer der DJ zum Einheizen.  Nach einer halben Stunde Hiphop Klassiker die sogar ich kannte, wurde verkündet das Ms. Hill im Haus ist….“ doch schon???“ noch eine halbe Stunde später kam die Band auf die Bühne und versuchte einen fließenden Übergang mit dem DJ zu schaffen, der natürlich misslang.  Paar Minuten später betrat sie auch die Bühne und legte gleichmal ein Tempo mit einer schlechten Killing Me Softly Version an den Abend. Nach etwa vier Liedern war ein Break zum durchatmen und mein Gedanke war…. das werden anstrengende 1,5Stunde. Man hatte wohl den Soundcheck weggelassen und beim aufbauen der Bühne muss auch einiges Schiefgegangen sein. Jedenfalls hatte sie Problem mit dem Mikro, aber zum Glück spielte sich alles langsam ein und es wurde merklich besser.  Es folgten einige Lieder aus ihrem einzigen Soloalbum und zum Schluss wurde auf ein paar Fugees songs ordentlich abgefeiert. Man merkt ihre langjährige Bühnenabstinenz an, die Anlage war bescheiden, aber der Abend hat trotzdem Spaß gemacht und das ist die Hauptsache.

Kleiner Frankfurtlauf

Aus gesundheitlichen Gründen hatte ich den Frankfurt Marathon für dieses Jahr abgesagt, ließ mich aber doch überreden, dort  wenigstens eine Staffeletappe mit zu laufen und darüber bin ich wirklich froh.  12km würde ich schon gut überstehen und das habe ich auch am Ende.

Nichtläufer können es vielleicht nicht verstehen, aber da sitzt einem schon ein großer Kloß im Hals, wenn man die ganzen Marathonis und auch Zaungäste sieht, aber leider nicht richtig mitmachen kann. Für mich war nur das Gute, das ich mir selbst keinen Druck machen musste und am Ende haben sich 3Monate Training für mich doch ausgezahlt. Die Grundschnelligkeit ist etwas angestiegen und so konnte ich zum ersten Mal die 12km unter 50min laufen. Meine Übergabeläuferin war schon etwas überrascht als ich ankam und ein wenig verlegen, so früh auf die Strecke zu müssen ;)

Es wurden von den Leipzigern viele PB aufgestellt, aber auch manche Ziele nicht geschafft. Da kommt man wirklich zum Nachdenken, muss das alles sein??? Es sind doch nur Zahlen auf dem Papier oder ist Ruhm&Ehre mehr Wert??? Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Und ich sag nur eins…. Marathonis sind nunmal alles Bekloppte ;)

Miese Laune

Nach dem  CrossLauf am letzten Samstag in PB über 10km (in meinen Augen aber inoffiziell) und wiedermal ein Treppchenplatz in der AK (daran könnte ich mich gewöhnen), hatte ich endlich das Gefühl die Form kommt. Tja und nun….. krabbelt die Nase und im rechten Schienbein habe ich seit ein paar Tagen einen stechenden Schmerz. Nur noch 10Tage bis Frankfurt, muss das jetzt wirklich sein? Danach ist mir alles egal, nun kann ich nur noch Hoffen und zum Läufergott beten.
Und was mir heute die Laune gänzlich versaute ist, das alle großen Ereignisse (Wintermarathon, Teammarathon, Rennsteig und Traverse) im nächsten Jahr, für mich als Schichtarbeiter richtig ungünstig und nur mit erheblichen Aufwand realisierbar sind.

LG exa wetzt durchs Göltzschtal

Eigentlich wollten Peter und ich am 3Talsperren Marathon vor zwei Wochen teilnehmen, aber gut das wir uns um entschieden.  So ging es am Samstag ins schöne Vogtland zum Göltzschtal-marathon. Im Gepäck kamen dann noch ein paar Vereinsmänner (Ronald, Jan und Matthi) dazu und das konnte nur ein erfolgreicher und lustiger Tag werden. Mit nur wenig Schlaf (Nachtschicht) ging es 8:30Uhr Richtung Lengenfeld und nach der Startnummernabholung hatten wir sogar noch ein wenig Zeit. Vorort trafen wir noch Markus, der am Marathon Paarlauf teilnahm. Das Wetter war gut….sogar ein wenig zugut, strahlend blauer Himmel, kein Wölkchen und beim Startschuss (11Uhr) locker über 23°, die Tendenz rapide steigend. So setzte sich die Meute in Bewegung (10km Läufer, Paarläufer, Nordic Walker). Ich ordnete mich mit Peter in der Mitte eine und wir liefen so unter 5min pro km. Es lief gut, wir quatschten und machten unsere Witze. Bald kamen uns die ersten 10km Läufer wieder entgegen und das Feld wurde sehr übersichtlich.  Es handelt sich um eine Pendelstrecke die wir zweimal absolvieren dürfen.  Mehr Waldweg, als Asphaltierter….. also wie daheim. Wie schon gesagt es handelt sich um eine Pendelstrecke, also sieht man sich öfter. Ronald lag in Front und hatte nach den ersten 10km eine klaren Vorsprung, Matthi war Fünfter, Jan sah auch noch frisch aus und wir??? uninteressant. Wir liefen schön gleichmäßig unser Tempo. Bevor man sich wieder auf den Rückweg machen darf, gibt es noch eine kleine extra Runde (wegen Baustellen) sowas mag ich ja gar nicht, aber gemeckert wird nicht. Bei diesem Lauf wird auch gleich der Landmeister im Straßenlauf gekürt und in meiner AK gab es nicht viele Teilnehmer. Es waren jedenfalls nur so viele, das ich mir die Startnummern merken konnte und diese lag weit hinter mir. Doch es kann immer noch möglich sein, das sich jemand nachgemeldet hat. Auf dem Rückweg musste ich feststellen, warum es hinzu so gut lief, jetzt ging es hier stetig bergauf und ich hatte ein kleines Tief.  Bei 1:47h ging es dann in die zweite Runde und wieder bergab konnte ich mich etwas erholen, auch pfiff ich mir ein Gel ein, was den Magen beruhigt und neue Kräfte in mir weckte. Die Temperaturen stiegen und wir wurden immer Schweigsamer. Ronald kam uns bald schon entgegen und mit einem riesigen Vorsprung, somit war der erste Platz klar vergeben ;) .  Matthi sah auch noch gut aus und Jan kam nun auch langsam ins Schwitzen. Nochmal kurz hin&her und die etwa 10km bis zum Ziel. Hier musste Peter der Hitze tribut zollen und lies mich von der Leine. Ich fühlte mich erstaunlich gut und konnte noch ein paar Körner ins Feuer werfen, doch immer mit Bedacht auf Bergauf und die Wärme. Aber es rollte bis zum Ziel, ohne besondere Vorkommnisse und nach 3:32:31h überquerte ich die Ziellinie. Für ein Trainingslauf okay, aber auch mit der Gewissheit in Frankfurt wird das nichts mit unter 3h.

Und weil mir das Glück an diesem Tag hold war, wurde ich zweiter meiner Altersklasse und sogar sächsischer Landesmeister meiner AK im Marathon. Ist das nicht schön!?
Am Ende haben wir ordentlich abgesahnt…also
Ronald 1.Pl. Gesamt und damit sächsischer LM+AK
Matthi  5.Pl. Gesamt, LM in der AK
Jan 6.Pl. in Ak und 3.Pl. LM
Peter hat die Hitze überlebt
Markus 2.Pl. im Marathon-Paarlauf
Und noch der erst Platz Mannschaftswertung für die LG exa Leipzig
Ein Wermutstropfen gibt es bei der ganzen Gewinnerei ….. die Siegerehrung dauert ewig

Ultra steht nicht nur für eine Fußball-Subkultur oder ein Album von Depeche Mode

Sondern auch für Läufe die weiter als eine Distanz von 42.195km betragen. Und weil ich gerne zu den Ultraläufern dazu gehören will, meldete ich mich zum 50km Auenseelauf an (den kleinen Bruder vom 100km). Gerne denke ich an die Zeit zurück, als ich meinen ersten langen Lauf, zusammen mit Silke und Thomas absolvierte. 23km in 2:30h und wir damals nie glauben konnten, das man mehr rennen kann…. ich kann das nun ;-)
Die ganze letzte Woche war ich aufgeregt und etwas Diffuse im Kopf. Es sollte ein Trainingslauf werden und ankommen war wichtig. So rechnete ich am Anfang mit einer Zielzeit um die 4:15h, aber irgendwie war mir das doch noch zu schnell und sagte jedem “ Alles unter 4:30h, wäre okay“ .
Am Mittwoch davor war noch ein gemütlicher Mannschaftslauf angesagt, wo ich mir noch ein paar Tipps vom Jan holen konnte. Der Samstag kam immer näher und nach ca.4h Schlaf, durfte ich endlich aufstehen, frühstücken und….. heraus in den Regen treten. Natürlich musste das sein, und nicht nur ein wenig Niesel… nein, in Strömen kam das Wasser vom Himmel geprasselt. 6Uhr sollte der Startschuss fallen, so war ich kurz vor halb Vorort, um die Startnummer zu holen und in Ruhe alles vorzubereiten. Weil ich bei meinen letzten Läufen immer ein rotes Shirt trug, entschied ich mich  zur Abwechslung für ein weißes….. dummer Fehler und Läufer wissen auch warum. Die Strecke ist mir sehr gut bekannt, somit brauchte ich nicht auf die Landschaft zu achten und konnte mich voll und ganz auf den Lauf fokussieren.  Noch Manu, Matthi und Motivator Markus begrüßt, dann ging es schon an die Startlinie. Achja, es sind 5Runden a 10km zu laufen.
Gegen 6Uhr fiel (ohne großes Tamtam) der Startschuss und endlich ging es mal ohne die Anfangshatz los. Die erste Runde schaute ich noch öfters auf die Uhr, um festzustellen, dass ich immer ein Schnitt unter 5min pro Kilometer lief. Meine Gedanke natürlich, viel zu schnell, das wird in die Hose gehen. Doch langsamer ging einfach nicht, was macht man dagegen!?  Natürlich nicht mehr auf die Uhr schauen ;-) Durch den Regen beschlug natürlich wieder mein Brille (siehe Bismarckturmlauf) und dazu kam das ich auch mein Cap trug. Da es aber nicht kalt war, wurde es mir unter der Mütze schnell warm. Also auf&ab, wie der Regen so fiel. Das Gute an diesem Lauf ist, das auf ¾ der Strecke einem immer Läufer entgegen kommt, so wird es einem nicht langweilig und die Runde fühlt sich kurzweiliger an.  Jedenfalls war die erste Runde in 48:42min abgehakt. In der zweiten Runde hört es langsam auf zu Regnen, doch die Strecke war an mancher Stelle ziemlich Schlammig  und wurde natürlich nicht besser. Dann war auch schon diese Runde in 47:59min rum. Wenn man in der Dritten ist, hat man schon die Hälfte hinter sich. Ich fühlte mich gut und hatte auch kein mentales Tief, so beschloss ich nicht mehr auf die Uhr zu schauen, sondern einfach nur zu laufen. Bemerkenswert war der Erstplatzierte vom 100km Lauf. Der Japaner Oka Hirofumi, er kam immer mit einem Lächeln vorbei und sah frisch und munter aus. Leider verlor ich aber auch den Durchblick, wie viel 50km Läufer vor mir waren. Egal hoffentlich wenigsten AK Treppchen. Am Ende der Runde sah ich nur noch Matthi, Manu schien ausgestiegen zu sein und so war es dann auch. Ich entschied mich die kleinen Versorgungsposten anzusteuern, ersten hat man  nicht so eine große Auswahl, zweitens weniger Leute. Gut war auch, dass die Becher nicht so voll waren, so verschüttet man nicht die Hälfte. Dritte Runde nach 47:05min beendet, eigentlich doch ganz konstante Rundenzeiten. Jetzt war der Gedanke danach nur noch einmal und schon bist fertig. In der vierten Runde kam nun auch endlich die Sonne heraus. Langsam spürte ich die Kilometer in den Beinen, aber wie gesagt ist doch bloß noch Eine. Als mir Matthi entgegen kam, meinte er nur noch, dass  ich der Sechste oder siebte Läufer nur 100m vor mir sei. Ob das mich aufbaute weiß ich nicht, da ich auch nicht schneller wurde. 4 Runde in 47:48min. Ausdem Augenwinkel, sah ich im Zielbereich Silke, Thomas und Jonny stehen, das brachte wieder etwas Schwung in die Beine. Der Sprecher meinte nur 3:11h, das könnte auf eine Zielzeit unter 4h für mich bedeuten. Ich schaute auf meine Uhr, fing an zu rechnen…..und schon waren es nur noch 5km bis zum Ziel….5km a 5min =25 min….. macht 10:03Uhr, neee das wird nichts. Ich musste jetzt wirklich kämpfen, um mein Tempo einigermaßen zu halten, nur noch das Ziel vor Augen und den Tunnelblick aufgesetzt. 48:46min brauchte ich für die letzte Runde und kam mit einer Gesamtzeit von 4:00:20h ins Ziel. Die Helferin, die meine Startnummer abnahm, wundert sich nur warum ich fluchte, eigentlich wären die 20sek noch drin gewesen, aber was soll es. Gesamtplatzierung 5ter und Ak 2ter was will ich mehr? Matthi hat es sogar noch auf den 3ten Platz geschafft. Danach ein kleinen Plausch gehalten und ab unter die Dusche. Ein Wechselbad konnte ich nicht so richtig vollstrecken, da es nur Lau und kalt gab ;-) Auf meinen Schuhe und Socken lag eine richtige dicke Dreckschicht drauf. Jetzt musste ich mich erstmal erkundigen, ob es überhaupt eine AK Siegerehrung gibt, die gab es auch und sollte sogar etwas vorgezogen werden. Das hieß noch etwas warten, Zeit für etwas Essbares. Beim Warten noch nett mit neuen Bekanntschaften gehalten und den 100km Läufern zugeschaut. Ich verneige mich vor allen die das schon durchgemacht haben oder noch vorhaben, für mich ist das noch kein Thema….. so bekloppt bin ich noch lange nicht. Bald gab auch schon die Ehrung, die Straff durchgezogen wurde und ich glaube, es gibt kein Bild wie ich auf dem Treppchen stehe.
Der Lauf lief wirklich super für mich und auch ohne größeren Wehwechen ;-) Es wird nicht der letzte Ultra gewesen sein, das steht schonmal fest. Vielen Dank auch an Markus für das Anfeuern und an die ganzen netten Helfer. Hat mir wirklich Spaß bereitet.